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Da die Bernstein-Waldschabe flugfähig ist, verirrt sie sich vor allem bei gehäuftem Auftreten im Freien auch in menschliche Wohnungen. Die meist einfarbig ockerfarbene Halsschildscheibe in der Mitte des Halsschilds ist zuweilen mit paarigen größeren, verwaschen bräunlichen Flecken versehen. Die Flügel überragen bei beiden Geschlechtern die Spitze des Hinterleibs, sie sind manchmal fein gepunktet, aber immer ohne größere dunkle Flecken. Ihre Zugehörigkeit zur Gattung Ectobius zeigt sich etwa an der Bedornung der Unterseite der Mittel- und Hinterschenkel der Beine, diese tragen keine Dornenreihen, sondern nur ein bis zwei Dornen.

Für die sichere Artbestimmung ist die Form des Stylus (eines Anhangs an der Hinterleibsspitze) und die Gestalt eines Drüsenfelds auf der Oberseite des Hinterleibs beim Männchen heranzuziehen. Die Unterseite des Hinterleibs der Weibchen ist überwiegend gelblich gefärbt, mit schmalen, sich zur Mitte verbreiternden segmentalen dunklen Querbanden.

Zudem befindet sich bei Planuncus ein weißlicher Streifen zwischen den Augen auf der Stirn. Die Nymphen von Planuncus sind zudem schwarz gefärbt, mit einem weißen Querstreifen, während sie bei der Bernstein-Waldschaben den Imagines ähneln.

In Farbe, Form und Größe gleichen sie sich ansonsten sehr stark, das Abdomen ist bei Planuncus jedoch dunkel gefärbt und bei E. vittiventris heller. Zudem breitet sich die Blasse Waldschabe auch stark nach Osten aus und ist mittlerweile selbst in der Osthälfte Deutschlands zu finden. Die Weibchen selbst haben bei der Blassen Waldschabe manchmal größere dunkle Punkte auf den Deckflügeln, bei der Bernstein-Waldschabe fehlen diese. Bei der Bernstein-Waldschabe ist diese queroval geformt und sehr groß, sie nimmt mehr als ein Drittel der Segmentbreite ein.

Bei der Blassen Waldschabe ist sie rundlich bis queroval geformt und klein, sie nimmt weniger als ein Drittel der Segmentbreite ein. In Größe, Form und Farbe ähnelt die Bernstein-Waldschabe sehr der Deutschen Schabe (Blattella germanica), die als Hygiene-Schädling gefürchtet ist und meist bekämpft wird.

Der auffälligste Unterschied ist der einheitlich braune Halsschild bei der Bernstein-Waldschabe, der bei der Deutschen Schabe zwei dunkle Längsstreifen besitzt. Während die Deutsche Schabe meist nur nachts aktiv ist, sich tagsüber versteckt hält und vor Licht flieht, ist die Bernstein-Waldschabe auch tagaktiv.

Ein typisches Exemplar von Planuncus tingitanus mit kurzen Flügeln, einem dunklen Hinterleib und dem weißen Streifen auf der Stirn Halsschilde der Bernstein-Waldschabe (links) und der Deutschen Schabe (rechts, mit zwei dunklen Längsstreifen) im Vergleich

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Art liegt in Süd- bis Südosteuropa, genauer in Italien, Slowenien, Kroatien sowie östlich bis zum Kaukasus. Es sind auch vereinzelte Vorkommen aus Portugal, Spanien und Südfrankreich inklusive Korsika bekannt – dabei kann es sich aber auch um eingeschleppte Populationen handeln. Besonders häufig ist sie im Südwesten, wo sie in Baden-Württemberg, Bayern mit Ausnahme des Ostens, dem Süden Hessens und dem Südosten von Rheinland-Pfalz sehr weit verbreitet ist.

Die thermophile Art wird durch die globale Erwärmung begünstigt und breitet sich mittlerweile vor allem in den Wärmegebieten und Städten stark aus.

Vor allem in manchen Städten kommt sie massenweise vor, so in der Metropolregion Rhein-Neckar und dem Rhein-Main-Gebiet (Frankfurt am Main, Wiesbaden, Mainz, Heidelberg …), in Stuttgart, München und Bonn. Auch in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Tschechien, der Schweiz, Österreich, der Slowakei und Ungarn konnte sich die Art etablieren sowie in Teilen Ostfrankreichs und Südenglands.

Der natürliche Lebensbereich der Bernstein-Waldschabe befindet sich im Freiland in niedrigen Gebüschen und in Gärten, gerne unter Töpfen.

Ein Bein der Bernstein-Waldschabe
Ein Bein der Bernstein-Waldschabe
Die Styli am Hinterleibsende
Die Styli am Hinterleibsende
Ein Männchen
Ein Männchen
3 präparierte Exemplare, das rechte Bild zeigt die Bauchseite einer Bernstein-Waldschabe
3 präparierte Exemplare, das rechte Bild zeigt die Bauchseite einer Bernstein-Waldschabe
Eine Nymphe von Planuncus tingitanus
Eine Nymphe von Planuncus tingitanus
Ein typisches Exemplar von Planuncus tingitanus mit kurzen Flügeln, einem dunklen Hinterleib und dem weißen Streifen auf der Stirn
Ein typisches Exemplar von Planuncus tingitanus mit kurzen Flügeln, einem dunklen Hinterleib und dem weißen Streifen auf der Stirn
Die sehr ähnliche Blasse Waldschabe
Die sehr ähnliche Blasse Waldschabe
Halsschilde der Bernstein-Waldschabe (links) und der Deutschen Schabe (rechts, mit zwei dunklen Längsstreifen) im Vergleich
Halsschilde der Bernstein-Waldschabe (links) und der Deutschen Schabe (rechts, mit zwei dunklen Längsstreifen) im Vergleich
Vollständige Ansicht einer Deutschen Schabe
Vollständige Ansicht einer Deutschen Schabe

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